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Wie geht es eigentlich dem Osterhasen?

Was wäre Ostern ohne den Osterhasen – oder besser gesagt den Feldhasen? Was viele nicht wissen, die Feldhasen werden in der Roten Liste bundesweit als gefährdet bzw. in einigen Bundesländern auch als stark gefährdet eingestuft, darauf wird in der jüngsten Pressemeldung des Bundesamts für Naturschutz aufmerksam gemacht. Laut Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN, sind es vor allem zwei Faktoren, die den Zustand des Feldhasen maßgeblich beeinflussen: der Verlust an Lebensraum und die weiter zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft.

Diese negative Entwicklung können schon einfache landwirtschaftliche Maßnahmen stoppen: Der Erhalt und die verstärkte Einrichtung neuer Äckerrandstreifen – wie sie in der Bioenergieregion Südoldenburg bereits hier und da angelegt sind, um einen Beitrag zur biologischen Vielfalt inmitten der Maisbepflanzung und somit zum Naturschutz zu leisten. Denn diese sogenannten Fenster im Feld mit nahrungsreichen Wildpflanzenarten bieten vor allem den jungen wie alten Hasen einen störungsarmen Bereich mit hoher Deckung. Zudem profitieren die ebenfalls bedrohten Vogelarten Rebhuhn oder Feldlerche genauso von diesen Maßnahmen. „Wenn wir den Rückgang des Lebensraumes der Hasen nicht stoppen, dann sieht es künftig schlecht für die Ostereier an Ostern aus", erklärte Prof. Beate Jessel scherzhaft, und betonte zudem, wie wichtig eine Erhöhung der Dichte an Brachflächen in vielen Acker- und Grünlandgebieten sei, um bedrohten Arten der Agrarlandschaft das Überleben zu sichern.

Über den Feldhasen:
Der Feldhase (Lepus europaeus) ist immer noch auf der Roten Liste gefährdeter Tiere Deutschlands in der Kategorie „gefährdet" eingestuft. Als „gefährdet" gelten Arten, die merklich zurückgegangen oder durch laufende bzw. absehbare menschliche Einwirkungen bedroht sind. Wenn die Gefährdungsfaktoren und -ursachen weiterhin einwirken oder bestandserhaltende Schutz- und Hilfsmaßnahmen nicht ergriffen werden bzw. wegfallen, kann dies zur Folge haben, dass diese Arten lokal verschwinden. Als Ursachen für den Rückgang des Feldhasen werden Lebensraumverlust, Klimawandel, Krankheiten und Parasiten, Nahrungsmangel und Nahrungsvergiftung, landwirtschaftliche Produktionsmethoden, natürliche Fressfeinde, Jagd und sonstige Störungen durch den Menschen diskutiert. Der Feldhase gehört zu den 96 in Deutschland vorkommenden wildlebenden Säugetierarten und -unterarten. Ein Drittel dieser Arten ist derzeit nicht gefährdet. Neben 11 als ausgestorben oder verschollen geltenden Arten sind die übrigen Arten in unterschiedlichen Gefährdungskategorien eingestuft oder ungefährdet.
Woran erkennt man den Feldhasen? Der Feldhase ist viel größer als das Wildkaninchen, die Hinterläufe und Ohren sind deutlich länger. Sein Fell ist gelblichbraun mit rötlicher Tönung und auf der Ohrspitze hat er einen schwarzen Fleck, der Schwanz ist oben schwarz und unten weiß. Der Hase lebt typischerweise auf Wiesen, Feldern aber auch im Wald in Gruppenrevieren und Hasen graben keine Röhren, sondern Mulden. Die Tragzeit bei der Häsin dauert ca. 40 Tage. Vier bis fünf Würfe mit ein bis drei Jungen sind pro Jahr möglich. Die Hasen entfalten ihre Hauptaktivitäten in der Dämmerung. Sie fressen am liebsten frühmorgens und am späten Nachmittag, ihre Nahrung besteht aus Kultur- und Wildpflanzen. Und: Feldhasen legen übrigens keine Ostereier!

2. Projektphase